/ Unsere dirigentin

Monika Gutmann im Interview

Im Januar 1999 hast du den Dirigentenstab beim Musikverein Winden übernommen. Damals war eine Frau am Pult für viele Vereine kaum vorstellbar. Wie wurde mit dieser revolutionären Situation im Musikverein Winden umgegangen?

In Winden war das nie ein ernsthaft diskutiertes Thema, ob eine Frau am Pult vorstellbar sei. Gleich beim ersten Probedirigat zählten weder Geschlecht noch Alter  - ich war damals erst 24 Jahre alt - , sondern einfach musikalisches Können und Sympathie füreinander. Durch diese Offenheit war Winden wohl auch einer der ersten Vereine des Verbandes, der einen so jungen und weiblichen Dirigenten einstellte.


Seit über einem Jahrzehnt wirst du jetzt schon beim Musikverein Winden nicht nur als Dirigentin geschätzt. Was ist für dich persönlich das Besondere an deiner Arbeit mit den Windener MusikerInnen?

Die Spielfreude der MusikerInnen sowohl im Konzert als auch im Sommer überträgt sich auf Dirigent und das Publikum – das macht einfach Lust auf mehr. Wenn ich mit den Windener MusikerInnen mal etwas Neues ausprobieren möchte, wird mir auch seitens der Verwaltung Offenheit und Mut entgegengebracht. Besonders reizvoll beim Musikverein Winden ist für mich die Mischung aus ganz jungen und alten Musikern. Es besteht ein vertrauensvolles Miteinander in der Musik als auch auf außermusikalischen Gebieten - man kann sich aufeinander verlassen!


Im Jahr 1997/98 hast du mit dem C3-Dirigentenkurs den Grundstein für deine Dirigentenlaufbahn gelegt. Nicht nur der Musikverein Winden folgt deinem musikalischen Kommando. Wo schwingst du noch deinen Dirigentenstab?

Zusätzlich bin ich noch Dirigentin des Bezirksjugendorchesters Yburg-Windeck und im Musikverein Stadtkapelle Kuppenheim 1902 e.V.


Vor deiner Dirigentenlaufbahn warst du zunächst selbst Musikerin. Wie bist du musikalisch großgeworden?

Schon von klein auf wurde ich von der Begeisterung für Blasmusik in meiner Familie geprägt – mein Vater und meine zwei Brüder sind ebenfalls Musiker. Mit 5 Jahren begann ich meine musikalische Ausbildung an der Blockflöte. Danach entschied ich mich für Instrumentalunterricht an der Klarinette im Musikverein Bühlertal. Später legte ich sämtliche Leistungsprüfungen erfolgreich ab und musizierte im Musikverein Balzhofen, im Bezirksjugendorchester Yburg-Windeck und im Verbandsorchester Mittelbaden. Meine Instrumente sind die B- und Es-Klarinette, Alt- und Sopransaxophon. An der Klarinette bin ich heute auch als Ausbilderin tätig.


Erfolge konntest du nicht nur als Musikerin erzielen, sondern auch als Dirigentin hast du die Jury in Leistungswettbewerben mit dem Ergebnis deiner Probearbeiten überzeugen können. Welche Preise wurden dir als Dirigentin schon überreicht?

Im Jahr 2009 belegte die Jugendkapelle von Winden unter meinem Dirigat den 1. Platz beim Musikpreis der Stadt Bühl im Bereich Unterstufe.
Im gleichen Jahr feierte ich auch mit dem Bezirksjugendorchester Yburg-Windeck bei diesem Wettbewerb den 2. Platz im Bereich Höchststufe, im Jahr 2007 und 2011 bekamen wir den Pokal für den 1. Platz im Bereich Oberstufe überreicht.